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PEOT für die Primär- und Sekundärinseln und Mocubela

Ein strategischer Rahmen für nachhaltige Landnutzung und Ressourcenmanagement in den Küsten- und Meeresgebieten der Provinzen Nampula und Zambezia in Mosambik.

Region

Afrika südlich der Sahara

Datum

2024-2025

Leistung

Regionalentwicklung und Strategien für Ballungsräume

Projektdetails

Ort

  • Nampula, Zambezia (Mosambik)

Typ

  • Beratung

Partner

  • Vocaçao Técnica

Fläche

10409km²

Eines der letzten Korallenriffe Afrikas

In der Republik Mosambik sind mehr als ein Viertel der Landesfläche als terrestrische Schutzgebiete ausgewiesen. Obwohl das Land reich an biologischer Vielfalt ist, sind viele seiner Meeres- und Küstenökosysteme, darunter Mangroven, Seegraswiesen und Korallenriffe, zunehmendem Druck durch industrielle Fischerei, Bergbau, Tourismus und Entwaldung ausgesetzt. 

Um die negativen Auswirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung abzuschwächen und diese komplexen Herausforderungen anzugehen, hat TSPA in Zusammenarbeit mit Vocação Técnica LDA, im Auftrag von BioFund und der mosambikanischen Regierung, zu einem langfristigen Raumplanungsrahmen beigetragen, der den Umweltschutz mit der sozioökonomischen Entwicklung in Einklang bringt. 

Im Mittelpunkt dieser Bemühungen steht der Sonderplan für Raumplanung (PEOT, Plano Especial de Ordenamento Territorial), eine Strategie, die als Leitfaden für die regionale Entwicklung in den nächsten 20 Jahren dienen soll. Das Besondere an diesem Plan ist die Integration von lokalem Wissen, Umweltwissenschaften und strategischer Planung, wodurch ein Rahmen geschaffen wird, der sowohl ökologische Widerstandsfähigkeit als auch realistische Wachstumsszenarien unterstützt.

Mangrovenwald-Abholzungsgebiet

Natur und Menschen in den Mittelpunkt stellen

Unsere Methodik war in mehrere Phasen gegliedert, beginnend mit einem Vor-Ort-Besuch, um den lokalen Kontext zu erfassen und die Erkenntnisse der Gemeinde in den Planungsprozess einzubeziehen.

Die erste Phase umfasste die Einbeziehung lokaler Informationen und die Erstellung diagnostischer Karten. Hier nutzten unsere lokalen Partner die Kobo Toolbox, eine Open-Source-Plattform zur Datenerfassung, die es ihnen ermöglichte, mit regionalen Akteuren zusammenzuarbeiten, um die bestehende Infrastruktur auf den Inseln zu kartieren. 

Diese Ergebnisse, die als diagnostische Karten bezeichnet werden, lieferten ein räumliches Verständnis der Ressourcen und Lücken der Region. Auf dieser Grundlage visualisierte, analysierte und strukturierte TSPA die gesammelten Daten und erweiterte den Datensatz um neuere Open-Source-Daten.

Nach den diagnostischen Analysen und der Besichtigung vor Ort entwickelten wir einen ersten Entwurf, der als Grundlage für alle weiteren Diskussionen diente – er half dabei, erste Ideen und Workshop-Ergebnisse zu visualisieren – und anschließend in die öffentlichen Anhörungen und Ministerkonsultationen einfloss, in denen weitere Details und Informationen in den endgültigen Plan integriert wurden.

Gleichzeitig überprüfte das TSPA-Team auch nationale Richtlinien, regionale Strategien und bestehende internationale Naturschutzrahmenwerke, darunter auch diejenigen der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN).

In der zweiten Phase führten wir eine ganzheitliche Umweltbewertung durch, in die Fachwissen aus den Bereichen Stadtplanung, Wasserwirtschaft, Ökologie und Biodiversitätsforschung einfloss. Diese Beiträge ermöglichten eine vielschichtige Diagnose der regionalen Herausforderungen und Chancen.

Diagnosekarte der aktuellen regionalen Lage in den Provinzen Nampula und Zambezia in Mosambik
Workshop in Quelimane mit Moderator Arlindo Dgedge von Vocação Técnica und Isabell Enssle Rios vom TSPA-Team

Stakeholder-Workshop in Quelimane

In einer späteren Phase des Projekts haben wir einen Workshop in Quelimane organisiert, an dem Interessengruppen wie Gemeindevorsteher, Bezirksverwalter und Vertreter des Bergbaus aus Nampula, Zambezia und ihren jeweiligen Bezirken (Angoche, Larde, Moma und Mocubela) teilnahmen. 

Nachdem unsere räumliche Analyse und Umweltbewertung bereits abgeschlossen waren, bestand der Zweck des Workshops darin, die Ergebnisse gemeinsam zu überprüfen und Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken (SWOT) zu identifizieren. Auf dieser Grundlage erarbeiteten wir gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmern einen Vorschlag für ein neues Territorialmodell, das schließlich als Grundlage für die endgültige PEOT-Karte dienen sollte.

Dieses integrative Format ermöglichte es den Interessengruppen, direkt auf die Verfeinerung des Planungsrahmens Einfluss zu nehmen und ein gemeinsames Verständnis der regionalen Prioritäten zu entwickeln.

Planung für die Zukunft

Die erfolgreiche Umsetzung dieses Raumordnungsplans hängt zwar vom anhaltenden Engagement der mosambikanischen Regierung ab, doch bietet der Rahmen selbst einen reproduzierbaren, menschenzentrierten Ansatz für Nachhaltigkeit. 

Durch die Integration von Umweltschutz, Wirtschaftswachstum und Engagement der Bevölkerung bietet der PEOT einen Fahrplan für die Vereinbarkeit von Entwicklung und Naturschutz in einer Region, in der beides dringend erforderlich ist.

Angesichts des zunehmenden globalen Klimadrucks und des beschleunigten Verlusts der biologischen Vielfalt zeigen Projekte wie PEOT das Potenzial der Raumplanung als Brücke zwischen lokaler Verantwortung und globalen Nachhaltigkeitszielen.