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Ein neues Zentrum für Mainleus

Umwandlung eines industriellen Erbes in ein lebendiges und vernetztes Stadtzentrum

Region

Europa und Nordamerika

Datum

Dezember 2017 - April 2018

Leistung

Städtebau und öffentlicher Raum

Projektdetails

Ort

  • Mainleus (Deutschland)

Typ

  • Wettbewerb

Partner

  • Treibhaus Lavaland

Fläche

14ha

Unsere Vision für ein lebendiges und integratives Stadtzentrum, das die Gemeinde wieder mit ihrem industriellen Erbe verbindet und die Natur und das öffentliche Leben integriert.

Mainleus, eine Stadt in Bayern, braucht ein neues Zentrum, das die Identität der Gemeinde stärkt. Dieses Zentrum wird durch die Neuordnung der Baumassen, die Gestaltung der Wege und öffentlichen Räume sowie durch die Ansiedlung von temporären und langfristigen Nutzungen und die Verknüpfung mit der regionalen Landschaft geschaffen. Die Geschichte des Ortes dient als Leitfaden für die Umgestaltung der ehemaligen Spinnerei.

Es geht nicht nur darum, einen ehemaligen Industriestandort nutzbar zu machen. Es geht darum, die Mainleuser Mitte zu einem Ort zu entwickeln, der sich wieder in die bestehende Struktur einfügt: Ein Ort, an dem die Menschen gerne leben und arbeiten.

Städtebauliches Konzept

Masterplan

Wiederverwendung von Räumen

Die Neuordnung der Gebäudemassen orientiert sich an den bestehenden Industriebauten: Was sinnvoll erhalten werden kann, wird beibehalten, was nicht mehr nutzbar gemacht werden kann, wird entfernt. Neu geschaffene Räume werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht - was bisher nicht betreten werden konnte, ist nun für alle da. Zu diesem Zweck schaffen wir auf den Grundstücken der ehemaligen Spinnerei und der Weberei öffentliche Räume. Eine neue Randbebauung nimmt diese neuen Orte auf und stärkt gleichzeitig die bestehenden Straßenräume am Rande des Plangebietes.Die Neuordnung des Gebietes durch die Achsen Hornschuchstraße und Lubisarkaden schafft vier Quartiere. Über diese erstreckt sich ein Nutzungsgefälle - weder strikte Funktionstrennung noch wilde Mischung. Im Westen, an den ruhigen und attraktiven Standorten, überwiegt die Wohnnutzung, während im Osten die gewerbliche Nutzung dominiert. Dazwischen, gut erreichbar über die Haupterschließung, sind öffentliche Nutzungen und Dienstleister konzentriert. Plätze und Gärten vermitteln und strukturieren das Gebiet.

Quartiere auf einen Blick

Nordwest

Ruhiges, ökologisches Wohnen am Mainleuser See unterstützt unterschiedliche Bevölkerungsgruppen durch innovative Wohnformen. Ergänzt werden diese durch aktivierende Erdgeschossnutzungen. Der Bootsplatz markiert den Eingang zum westlichen Rand des Planungsgebietes.

Südwest

Hier werden bestehende Strukturen zu einem funktionierenden Wohnquartier erweitert. Die Baumwollhalle und die Zweizylinderspinnerei bleiben erhalten und werden für Ausstellungen und eine Glasmanufaktur umgenutzt.

Im Norden ergänzt ein neues Volumen die Halle und markiert zusammen mit einem neuen Hochpunkt die Identität der Mainleuser Mitte. Das alte Torhaus definiert den südlichen Eingang.

Südost

Kulturelle, soziale und kommerzielle Funktionen konzentrieren sich in der Nähe des Bahnhofs. Ein Lebensmittelladen gegenüber dem Bahnhof zieht Fußgänger an und ist ohne Auto erreichbar. Nahegelegene Unternehmen und ein Gründerzentrum beleben diesen zentralsten Teil des Geländes und bilden einen Übergang zum weiter östlich gelegenen Gewerbegebiet.

Nordosten

Dieser durch einen Sukzessionswald geprägte Bereich wird im Osten von weiteren Bauflächen eingerahmt. Nach Westen hin nehmen Wohntypologien Gestalt an. Entlang der Hornschuchstraße befindet sich die Hochschule Kulmbach.

Embedded in its Surroundings

Urbanes Entwicklungs Konzept Diagramm

Offenes /Raum Konzept

Die neue Mitte von Mainleus wird nicht nur zu einem urbanen, sondern auch zu einem landschaftsorientierten Kern - mit Bezügen zum regionalen Kontext des Obermainischen Hügellandes. Vier Freiraumidentitäten definieren den öffentlichen Raum:

Foto des Modell

Mainleuser Waldland

Dieser Stadtwald ist ein multifunktionaler Naherholungsraum. Als klimatisch wertvolles und ökologisch reiches Gebiet wird er als Sukzessionswald bewirtschaftet.

Stege sichern den Zugang und laden zum Erleben des Waldes ein.

Spindelplatz

Ein robuster und flexibler öffentlicher Platz, der wie eine Baumhalle gestaltet ist.

Als Kontrast zum Wald kann sich der Spindelplatz an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen: vom Marktplatz über den Sportplatz bis hin zum Ausstellungs- oder Veranstaltungsraum.

Mainleuser See

Eine große, offene Wasserfläche, die der Rückhaltung und Reinigung von Regenwasser im gesamten Quartier dient.

Neben seiner ökologischen Funktion bietet der See hochwertige Erholungsmöglichkeiten für Mainleuser und Gäste.

Gartenland

Diese Freifläche bietet private Freiflächen für neue Wohnungen.

In frühen Entwicklungsphasen kann die Fläche bereits als Kleingartenanlage dienen - zum Beispiel für Gemeinschaftsgärten oder Zwischennutzungen.

Der Stadtwald ist ein multifunktionaler Naherholungsraum. Als klimatisch wertvolles und ökologisch reiches Gebiet wird er als Sukzessionswald bewirtschaftet.

Stege sichern den Zugang und laden zum Erleben des Waldes ein.

Entwicklungs Konzept

Wohnmodelle und Einbindung der Bewohner

Eine neue Kreuzung verbindet West und Ost für alle Verkehrsarten und schafft eine neue Verbindung für Fußgänger von Süd nach Nord. Diese Achsen binden das Spinnereiareal wieder an das Wegenetz von Mainleus und der Region an. Die Spinnereistraße gegenüber dem Bahnhof bietet Park-and-Ride- und Fahrradstellplätze sowie Platz für eine zukünftige Erweiterung des Bahnhofs. Alle Gebäude sind mindestens einseitig mit Kraftfahrzeugen befahrbar. Öffentliche Räume mit Wohncharakter sind als „shared surfaces“ für die vorrangige Nutzung durch Fußgänger konzipiert.

Vorgesehen ist eine Mischung aus Miet-, Eigentums- und bezahlbarem Wohnraum.

Auch Genossenschaftsmodelle und anteilige Erbpachtverträge werden in Betracht gezogen. Die künftigen Bewohner sind eingeladen, das Gebiet mitzuentwickeln, zum Beispiel durch eine Nachbarschaftsorganisation, die die Nutzung des Erdgeschosses und der Gemeinschaftsflächen gestaltet.

Phasen Entwicklung

Das Gebiet wird stufenweise entwickelt, wobei der Schwerpunkt auf einer frühen Wohnbebauung im attraktiven und ruhigen westlichen Bereich liegt. Die gut erschlossenen zentralen Bereiche bieten sich für Dienstleister und öffentliche Nutzungen an, und im Osten sind Gewerbeflächen vorgesehen.

Diagramm der Entwicklungsphasen